LARCA-Katalog

MITTLERE SCHICHT – ISOLATION Bei nicht so extremen Verhältnissen kann diese Schicht auch die Außenschicht bilden. Vor allem bei aktiven Unternehmungen oder höheren Temperaturen ist die Dampfdurchlässigkeit so natür- lich wesentlich höher als mit einer Wetterschutzjacke. Die ideale Bekleidung der mittleren Schicht ist Fleece (Seiten 50–53) in all seinen Variationen. Je nach Wetterlage und Vorhaben wählt man unter verschie- denen Stärken. Die gängigen Stärken sind leichte, mittlere oder schwere Qualitäten – häufig gekennzeichnet durch die Zahlen 100 (leicht), 200 (mit- tel) und 300 (schwer). Qualitätsfleece ist kuschelweich, auf Dauer pillfest, federleicht, nach Nässe blitzschnell wieder trocken und klimatisiert dazu äußerst angenehm. Eine Sonderstellung nehmen Fleece und Softshell mit eingearbeitetemWindblocker ein. Diese viel getragene Variante eignet sich nicht mehr ideal zur Integration ins Schichtensystem, da hier 2 Dampfsper- ren aufeinandertreffen. Die Atmungsfähigkeit würde dadurch deutlich herabgesetzt. Aufgrund ihres vielseitigen Einsatzbereichs erfreuen sich diese, als Einzeljacken getragen, ungebrochener Beliebtheit. WETTERSCHUTZ Dieser Bereich ist weit gesteckt und beinhaltet nicht nur Jacken für extremste Verhältnisse. Im Gegenteil, die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass der Vorteil der vollständigen Wasserdichte fast immer mit dem Nachteil einer stark vermin- derten Atmungsaktivität einhergeht. Hier muss man sorgfältig abwägen, wo man persönliche Prioritäten setzt. Korrekterweise muss betont werden, dass das Wort „wasserdampfdurch- lässig“ den tatsächlichen Vorgang treffender umschreibt als das Wort atmungsaktiv. Die entsprechende Laminat- oder Beschichtungstechnik entlässt Wasserdampf durch Poren nach außen – Wassertropfen können aufgrund ihrer größeren Molekularstruktur nicht nach innen. Im Umkehr- schluss können also auch Schweißtropfen nicht von innen nach außen. Auch müssen bestimmte physikalische Voraussetzungen vorhanden sein, damit der Dampftransport möglichst optimal funktioniert. Im Bekleidungs- teil müssen deutlich höhere Temperaturen vorherrschen als außerhalb – in tropischer Umgebung werden Sie deshalb mit einer GORE-TEX-Jacke nicht glücklich. Trotz aller Einschränkungen sind beimWunsch nach möglichst vollständiger und langlebiger Wasserdichte die sogenannten Hardshells (Seiten 57–63) empfehlenswert. Kein anderer Jackentyp erreicht diese Zuverlässigkeit an Wasserdichte. Laut DIN gelten Werte ab einer Druckdichte von ca. 1300 mm als wasserdicht – hochwertige Jackengewebe halten 10000 bis 20000 mm oder noch höherer Wassersäule stand. Um diese Werte zu erreichen, werden klassische synthetische Materialien (Polyamid, Polyester) mit Membranen (DERMIZAX, Membrain, NanoPro Membrain, GORE-TEX) oder Beschichtungen (NanoPro) verbunden und die Nähte fachgerecht verschweißt. Als Ergänzung zur superfunktionellen Hardshell gibt es die atmungsaktivere Softshell-Jacke mit hohem Tragekomfort (Seiten 55–56). Diese Jacken sind stark windabweisend und besitzen einen angenehmen, elastischen und weichen Tragekomfort, sind allerdings nicht wasserdicht – häufig jedoch mit wasserabweisender Ausstattung. Für viele Unternehmungen ist der Dichtigkeitsfaktor jedoch ausreichend und durch das Plus an Bewegungskomfort und Atmungsaktivität der Hardshell vorzuziehen. Einen weiteren Schritt in Richtung Atmungsaktivität gehen Jacken mit einem Naturfaseranteil im Gewebe (Seite 48). Dieser Anteil (meistens Baumwolle) quillt bei Nässe auf und dichtet so bis zu einem gewissen Grad ab. Für Unternehmungen mit einer Nässe-Dauerbelastung sind diese Jacken allerdings nicht empfehlenswert. 2 3 DAS LAGENSYSTEM Am einfachsten fällt es Ihnen, sich den Witterungsbedingungen anzupassen, wenn Sie Ihre Bekleidung gemäß dem „Zwiebelprinzip“ lagenweise aufeinander abstimmen. Mit der Entwicklung der wasserdichten und atmungsaktiven Bekleidung als äußere Schicht und funktionellem Fleece als untere und Zwischenschicht können Sie heute verschieden dünne Beklei- dungsstücke übereinanderziehen und perfekt auf das Wetter und Ihre Aktivität abstimmen. ImWesentlichen besteht das System aus drei Lagen: 1. Untere Schicht , die direkt auf der Haut liegt. Sie sollte warm und trocken halten, d. h. die Körperfeuchtigkeit an die darüber liegenden Schichten weiterleiten. 2. Zwischenschicht , in der Regel mit hohemWärmeisolationsvermögen (z. B. Fleece). 3. Äußere Schicht , in der Regel winddicht und oft wasserdicht. Ein Vorteil der modernen Bekleidung ist ihr geringes Gewicht, so dass Sie mehrere Teile übereinander- ziehen können, ohne sich total dick eingepackt und unbeweglich zu fühlen. AUF DER HAUT Jeder Hersteller von Babywindeln hat erkannt, dass ein trockenes Kind ein glückliches Kind ist. Wir wollen, dass auch Sie glücklich sind, und zwar von innen wie von außen. Mit Funktionsunterwäsche (Seiten 17–19) bleibt Ihnen nass geschwitzte und permanent feuchte Unterwäsche erspart. Diese Gewebe haben einen guten, angenehmen Touch und halten warm und trocken, besonders wenn Aktions- und Ruhephasen in schnellemWechsel folgen. Wir unterscheiden zum einen die funktionellen, rein synthetischen Gewebe für hohe Effizienz und schnelle Trocknung. Zum anderen verbinden Materialien mit einer Außenseite aus Naturfaser und einer synthetischen Innenseite viele zusätzliche Vorteile. Sie wirken zusätzlich antibakteriell und geruchshemmend. 1 16 Wissenswertes und Interessantes Vegard Breie

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