LARCA-Katalog

„Die Wärmeisolation eines Schlafsacks hängt in starkem Maße von den Anwendungen ab (Wind, Wärmestrahlung der Umgebung, Körperhaltung und Bekleidung des Nutzers, Wärmedämmung des Bodens, mögliche Feuchte innerhalb des Schlafsacks usw.).Außer- dem ist das Kälteempfinden verschiedener Personen sehr unterschiedlich ausgeprägt ... Die Grenztemperaturen für den Verwendungsbereich, die in dieser Norm festgelegt sind, erlauben lediglich einen Vergleich der Gebrauchstauglichkeit von Schlafsäcken in Bezug auf genormte Prüfbedingungen. Sie berücksichtigen nicht die Gesamtheit der möglichen unterschiedlichen Einsatzbedingungen und individuellen Verhaltensweisen, aus diesem Grunde sollten sie nur als Richtlinie betrachtet werden, die für den praktischen Gebrauch eine individuelle Anpassung erfordert.“ Deshalb empfehlen wir den Einsatzzweck genau abzuklären und folgende wichtige Faktoren zu berücksichtigen: Geschlecht – Frauen frieren schneller als Männer. So orientiert sich z. B. der Komfortbereichswert der neuen EN-Norm 13537 an einer durchschnittlichen Frau und liegt meist um 5 °C höher als der für einen durchschnittlichen Mann. Alter – junge Menschen bis etwa 25 Jahren haben eine höhere Stoffwechselrate, generieren also mehr Wärme als Ältere. Trainingsgrad – Erschöpfung verringert dieWärmeproduktion. Deshalb frieren Durchtrainierte weniger schnell als Untrainierte. Körperbau – Stämmige können Energie durch Verbrennung ihrer Fettreserven produzieren im Gegensatz zu extrem Schlanken. Erfahrung – erfahrene Outdoor-Schläfer nutzen durch richtige Anwendung (Lagerplatz, Kleidung etc.) die Isolationsleistung des Schlafsacks besser. Konditionierung – ein Mensch, der sich viel im Freien aufhält, ist Kälte besser gewohnt als ein „Stubenhocker“. Diese Faktoren sind mit den zu erwartenden Maximal- oder Minimaltemperaturen (Jah- reszeit, Wetter, Reiseland, Höhenmeter) in Verbindung zu setzen, um die benötigte Ver- wendungstemperatur zu bestimmen. Da Unterschiede im Wärmeempfinden zwischen einzelnen Personen leicht bis zu 15°C betragen können, sollten sich Personen, die leich- ter frieren, an dem Komforttemperaturwert der neuen EN-Norm 13537 orientieren und sichauchfüreinenSchlafsackmitausreichendReserve–einenca.3–5 °CwärmerenKom- fortbereich – entscheiden. Ebenfalls muss auf die passende Größe geachtet werden, um nicht unnötige Luft erwärmen zu müssen. Ermittlung der Temperaturangaben laut Europäischer EN-Norm 13537 Komfortbereich Die untere Grenze des Komfortbereichs wird für eine Standard-Frau bei entspannter Körperhaltung berechnet, z. B. auf dem Rücken liegend, die sich im thermischen Gleichgewicht befindet und gerade nicht friert. Dieser Wert muss mit Komfortbereich/ Comfort Range gekennzeichnet sein. ➜ Übersetzt: Auch unerfahrene Benutzer fühlen sich jederzeit wohl. Grenzbereich Die untere Temperaturgrenze wird für den Standard-Mann unter Kälteeinwirkung bei zusammengerollter Körperhaltung berechnet, der sich jedoch im thermischen Gleichgewicht befindet und gerade nicht friert. Dieser Wert muss mit Übergangsbereich/ Transition Range gekennzeichnet sein. ➜ Übersetzt: Der erfahrene Benutzer passt sich den äußeren Umständen entsprechend durch Kleidung und Verhalten an, um angenehm warm zu bleiben. Extrembereich Der untere Extremwert wird für eine Standard-Frau unter starker Kältebelastung, die nur für eine begrenzte Zeitdauer von 6 h ausgehalten werden kann, berechnet. Um die Wärmeabgabe durch den Schlafsack möglichst gering zu halten, hat sich die Benutzerin im Schlafsack zusammengerollt und der Grundumsatz ist durch Kältezittern erhöht. Im Risikobereich ist mit starkem Kälteempfinden zu rechnen. Es besteht das Risiko von Gesundheitsschäden durch Hypothermie (Unterkühlung). Dieser Wert muss mit Risi- kobereich/Risk Range gekennzeichnet sein. ➜ Übersetzt: Diesen Bereich sollten „Normalverbraucher“ nicht nutzen. SCHLAFSACKPFLEGE ● Möglichst nach jeder Nutzung den Schlafsack geöffnet an der Luft trocknen lassen, denn ein feuchter Schlafsack, insbesondere Daune, verliert an Isolationsfähigkeit. ● Schlafsäcke sollten nicht gestopft, sondern gerollt werden. Durch Stopfen könn- ten die hauchdünnen H-Kammern sowie die Schindelkonstruktionen Schaden nehmen. Rollen – Schieben (in den Packsack) – kleinen Rest stopfen. ● Ein zusätzliches Inlett erhöht die Lebensdauer und steigert die Temperaturleis- tung des Schlafsacks. ● Zum Lagern den Schlafsack in einen Aufbewahrungssack geben und trocken aufbewahren. Eine Lagerung im komprimierten Zustand ist für die Füllung nicht optimal. ● Richtige Pflege wirkt Wunder. Mit der Zeit lagern sich Schweiß (ca. 0,2–0,5 l Was- ser pro Nacht) und Körperfette in der Füllung ab, die infolgedessen an Isolierleis- tung verliert. Den Schlafsack deshalb bitte nach jeder Schlafsack-Saison waschen – möglichst mit Sport-Wash . Löst den Schweiß aus der Daune (auch aus Kunst- faserfüllungen!). Diese kann danach wieder richtig schön aufleben. Nach dem Waschen bitte 2–3 Tage lufttrocknen. Baumwollinnenseite nicht der Sonne aus- setzen, UV-Licht macht die Textilbindung brüchig. Dies führt zum „Durchdaunen“ und der Schlafsacknutzer fühlt sich gefedert. Danach ab in den Wäschetrockner (Warmluftprogramm). Ihr Daunenschlafsack geht wieder richtig auf. SPORT-WASH – geeignet für Daune und Kunstfaser Geruchsneutrales, äußerst ergiebigesWaschmittel. Löst Flecken, Schmutz und Geruch aus Geweben und Füllungen. Hinterlässt keine Rückstände, ist völlig auswaschbar und geruchsneutral. Reinigt, desinfiziert und desodoriert. Für alle waschbaren Gewebe. Umweltfreundlich und antiseptisch, auch für Allergiker geeignet. Inhalt: 532 ml – reicht für 18Waschladungen Best.-Nr. 989007-30 9,95 100 ml = 1,87 e SPORT-WASH SPARFLASCHE Inhalt: 1000 ml – reicht für 36Waschladungen Best.-Nr. 989176-00 14,95 100 ml = 1,50 e Inhalt: 1890 ml – reicht für 68Waschladungen Best.-Nr. 989177-00 24,95 100 ml = 1,32 e 152 *Gefahrenhinweise finden Sie auf der Seite 227 Gefahr! H318* P101* P102* P280* P305* P351* P338* P310* Schlafsack-Informationen Tipps für warme Nächte • Ein Schlafsack erzeugt keineWärme, er behält die vom Körper erzeugteWärme in seinem Inneren. Je mehr Luft in der isolierenden Schicht gebunden wird, desto besser ist dieWärmeisolierungsfähigkeit des Schlafsacks. • Breiten Sie den Schlafsack eine guteWeile vor dem Schlafengehen aus. Geben Sie der Füllung Raum, sich aufzulockern. • Genießen Sie ein ordentliches Mahl vor dem Schlafengehen. Ein warmes Getränk und ein kleiner Spurt ums Zelt herum bewirkenWunder. Wärmen Sie sich selbst, bevor Sie in den Schlafsack schlüpfen. • Bei Bedarf schützt die Kapuze den Kopf und den Hals. Durch den Kopf kann bis zu 30 Prozent der Körpergesamtwärme verloren gehen. Socken geben den Füßen zusätz- licheWärme. • Der Wärmekragen, richtig um den Hals eingestellt, verlangsamt das Entweichen der Wärme. • Das Ableiten der Atemluft durch die Gesichtsöffnung verringert das Feuchtwerden der Füllung. • Lüften Sie Ihren Schlafsack nach demAufstehen, indem Sie ihn umstülpen. • Die Qualität der Liegematte spielt eine wichtige Rolle. Selbst mit der besten und wärmsten Füllung verschwindet die Körperwärme im Boden, wenn nicht die Schlaf- unterlage gut isoliert. • Bei einer Lufttemperatur von +2 °C und einer mäßigenWindgeschwindigkeit von 28 km/h empfindet der Körper bereits eine Temperatur von –10 °C. Ein Zelt oder ein Biwaksack schützen vor demAuskühlen durchWind.

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